Sie sind hier: 25. INPP Konferenz in Zürich > Referentinnen und Referenten

Referentinnen und Referenten


Sally Goddard Blythe, MSc.

Direktorin des Institute for Neurophysiological Psychology
INPP in Chester, GB

Sally Goddard Blythe

The Implications of Neuromotor Immaturity on Learning, Performance and Behaviour

Abstract

Neuromotor skills at key stages in development provide a reflection of maturity in the functioning of the central nervous system. Studies carried out in schools in the United Kingdom between 2004 and 2019 indicate that there has been a decline in children’s physical readiness for formal learning since 2004 and that immature neuromotor skills are linked to lower academic performance. The implications of these studies and other clinical findings will be explored in relation to what can be done in terms of prevention and effective remediation.

Biography

INPP was established as a private research, clinical and training organisation in 1975, dedicated to the development of assessment procedures to identify underlying physical factors in specific learning difficulties and adults suffering from anxiety and panic disorder and to the development of effective remediation programmes.

Sally is the author of seven books and other published papers on child development and neuro-developmental factors in specific learning difficulties including: Reflexes, Learning and Behavior, The Well Balanced Child, What Babies and Children REALLY Need, Attention, Balance and Coordination – the A,B,C of Learning Success - a reference source for all professionals involved in child development and education, The Genius of Natural Childhood, Assessing Neuromotor Readiness for Learning and a screening test for clinicians and health practitioners. She is also a contributor to Too Much Too Soon. Early Learning and the Erosion of Childhood and Improving the Quality of Childhood in Europe 2012.

Her clinical work also includes the use of Johansen Individualised Auditory Stimulation (JIAST) a system which uses stimulation with frequency specific music to improved auditory processing. She has both a personal and professional interest in the role of music in developing language skills.

Sally has lectured on the role of infant reflexes in development and later learning problems to many different groups throughout Europe including to a working party on child well-being at the European Parliament in Brussels and in different parts of the United States. She has also developed and standardised training in The INPP Method for use throughout the world.

She is a member of the International Alliance for Childhood and the former “Open EYE” campaign – a pressure group dedicated to ensuring that children’s developmental needs remain at the top of the agenda for government recommendations for early years’ education in England. She is also a patron of Toddler Kindy Gymbaroo, a programme developed in Australia to optimise children’s development in the early years and a member of the educational panel for Dyspraxia awareness.

The Institute for Neuro-Physiological Psychology (INPP)
1, Stanley Street
Chester CH1 2LR
Tel/Fax 01244 311414
Email: mail@inpp.org.uk
www.inpp.org.uk, www.sallygoddardblythe.co.uk

Ihre wichtigsten deutschsprachigen Titel sind:

Neuromotorische Unreife bei Kindern und Erwachsenen, Hogrefe, 1. Auflage Bern 2016
Neuromotorische Schulreife, Hogrefe, 2. Auflage Bern 2016
Greifen und Begreifen, VAK 11. Auflage Kirchzarten 2016
Warum Ihr Kind Bewegung braucht, VAK 1. Auflage Kirchzarten 2005

Zur Person

Sally Goddard Blythes Curriculum Vitae


lic. phil. Nuša Sager-Sokolić

Fachpsychologin für Psychotherapie FSP / MASPT vom
Klaus Grawe Institut in Zürich

Nuša Sager-Sokolic

Worum es eigentlich geht - die Rolle der psychosozialen Grundbedürfnisser in der therapeutischen und pädagogischen Praxis

Abstract

Wir alle streben in unserem Leben nach der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse. Genauso ist es auch bei Kindern und Jugendlichen. Diese sind jedoch aufgrund ihres Alters noch viel stärker auf die Befriedigung dieser Bedürfnisse von Aussen angewiesen.

Die Forschung zeigt: Werden wichtige Bedürfnisse nicht befriedigt, steigt die Wahrscheinlichkeit für Probleme.
Doch welche Implikationen ergeben sich dadurch für die therapeutische Praxis und Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen? Was sind wichtige Bedürfnisse im Kindesalter? Und noch wichtiger: Auf welchem Weg können diese befriedigt werden?

Anhand von konkreten Beispielen sollen Ideen gegeben werden wo und wie Grundbedürfnisse in der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen befriedigt werden können. Einerseits wird hier eine präventive aber auch eine therapeutische Perspektive eingenommen. Wichtige Zusammenhänge von Grundbedürfnissen und deren Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit sollen anhand eines übergeordneten Modells genauer erläutert werden.

Zur Person

Nusa Sager-Sokolic Curriculum Vitae


Prof. Dr. rer. nat. Tanja Kakebeeke

Kinderspital Zürich

Tanja Kakebeeke

Zur Neurophysiologie der motorischen Entwicklung
und Kontrolle

Abstract

Noch immer verstehen wir nicht bis ins Detail wie ein Neugeborenes es schafft sich innerhalb von einem Jahr aufzurichten und dann auch stehen und gehen zu können. Das humane Nervensystem ist mit sehr vielen Neuronen ausgestattet, was es schwierig macht zu erklären, wieso bei jedem Kind aufs Neue genau die richtigen Neuronen zu feuern beginnen, um so erste Handbewegungen und Schritte machen zu können. Basierend auf der “Neuronal Group Selection Theory” wird das erste Greifen und Laufen bei jedem Menschen ein wenig anders programmiert, was dazu führt, dass nicht zwei Nervensysteme auf der Welt gleich sind. Damit ein Kind sein Nervensystem gut modellieren kann, sind Bewegungen unerlässlich. Es sind jedoch nicht nur die Bewegungen, die das Nervensystem formen, sondern auch der sensorische Input in den ersten Lebensjahren. Dieser ist sehr wichtig für die Entwicklung eines Menschen.

Im Vortrag werden Beispiele aus Studien gezeigt, die den Einfluss von sehr wenig Bewegung und sensorischer Stimulation auf die motorische Entwicklung wie auch das Gegenteil untersuchten. In diesem Zusammenhang wird die erste Trainingsstudie der Welt von Myrtle McGraw (1933) mittels Video vorgestellt. Zusätzlich wird anhand von Beispielen aus der Literatur gezeigt, was in der Entwicklung eines Kindes geschieht, wenn dieses nicht von Menschen aufgezogen wird.

Zur Person

Tanja Kakebeekes Curriculum Vitae


Dr. med. Ralph Meyers

Sozialpsychiatrischen Zentrum für Kinder und Jugendliche
in Dorsten, D

Ralph Meyers

Neurophysiologische Behandlung frühkindlicher
Reflexe und ihre Bedeutung in der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis

Abstract

Stellen Sie sich vor, der Einbruchalarm geht los und Polizei und Feuerwehr werden benachrichtigt, nur weil Sie unvorsichtigerweise den Bewegungsmelder zwischen Wohnzimmer und Bad selbst ausgelöst haben. Sie müssen viele Unannehmlichkeiten aushalten, wenn Ihnen das häufiger passiert, aber… Sie sind sicher!

Und in genau so einem permanenten Alarmzustand befindet sich Ihr Kind, wenn seine Reflexe sich nicht ausreichend integriert haben, d.h. vom Alarmzustand 100% auf mindestens 25% herunter gegangen sind.

Eine Einführung mit vielen Fallbeispielen in Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendpsychiatrie bezogen auf Störungen, die ausgelöst oder verstärkt werden durch persistierende frühkindliche Reflexe und unter verschiedensten Masken auftreten können.

Ein Plädoyer für die Integration einer orientierenden Untersuchung auf persistierende Reflexe im Rahmen der Eingangsdiagnostik für Praxis und Klinik.

Berufliches Profil

Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit sozialpsychiatrischer Praxis in Dorsten seit 1992
Leitender Prüfarzt
Leiter ärztlicher Qualitätszirkel und von Fortbildungen für Ärzte und Therapeuten
Leiter des ADHS Kompetenznetzes Dorsten
Beratender Arzt für die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (PharmPro®)
Mitglied der Ethikkommission der ÄKWL und der Universität Münster

Zur Person

Dr. Ralph Meyers
www.meyers-dorsten.com

Ralph Meyers Curriculum Vitae


Prof. Dr. rer. nat. Annemarie Seither-Preisler

Karl-Franzens-Universität in Graz, A

Annemarie Seither-Preisler

Struktur, Funktion und Reifung des Hörkortex bei unauffälligen Kindern und Kindern mit AD(H)S und Legasthenie: Eine Längsschnittstudie zu musizierbedingten Fördereffekten

Abstract

In einem Kooperationsprojekt der Universitäten Heidelberg (PD Dr. Peter Schneider) und Graz (PD Dr. Annemarie Seither-Preisler) werden seit 2009 die Langzeiteffekte frühen musikalischen Trainings auf die Gehirnentwicklung, sowie auf auditive und kognitive Fähigkeiten bei 145 Grundschulkindern untersucht. Die Studie (AMseL: Audio- und Neuroplastizität musikalischen Lernens; gefördert vom dt. BMBF als Projekt 01KJ0809/10) ist Teil der Begleitforschung zu dem musikalischen Bildungsprogramm „Jedem Kind ein Instrument (JeKi)“, das derzeit in Norddeutschland über 60.000 Kinder aller sozialen Schichten erreicht.

In dem Vortrag wird auf die individuelle Struktur, Funktion und Plastizität des Hörkortex und seine Bedeutung für kognitive Kompetenzen im Entwicklungsverlauf eingegangen. Die Ausreifung kortikaler Hörfunktionen erwies sich bei Kindern mit AD(H)S als verlangsamt, während junge MusikerInnen eine beschleunigte Entwicklung erkennen ließen. Zudem arbeiteten bei binauraler Stimulation der rechte und linke Hörkortex bei musikalisch geübten Kindern praktisch synchron, während bei untrainierten Gleichaltrigen im Mittel eine geringe Zeitverschiebung erkennbar war. Bei Kindern mit AD(H)S war diese Asynchronität um ein Vielfaches erhöht. Dies könnte erklären, warum auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen, AD(H)S und Lese-Rechtschreib-Schwäche häufig gemeinsam auftreten. Einige der Probleme dürften auf einer unzureichenden Zusammenarbeit beider Hemisphären beruhen, mit negativen Folgen für Aufmerksamkeit, rasche Sprachverarbeitung und Lese-Rechtschreibfähigkeit. Eine musikalische Ausbildung scheint genau diesen Defiziten entgegenzuwirken. Kinder, die ein Instrument lernten, zeigten nicht nur bessere auditive Diskriminationsleistungen, sondern waren auch aufmerksamer und hatten weniger Probleme, Hyperaktivität und Impulsivität zu kontrollieren. Darüber hinaus schnitten sie in Lese- und Rechtschreibtests besser ab. Es erscheint daher sinnvoll, neue Formen von Musikerziehung für Kinder mit ADHS und Lese-Rechtschreib-Schwäche anzubieten.

Im Zuge der Studie zeigte sich noch ein weiterer bemerkenswerter Befund: Die graue Substanz der Hörrinde war bei musikalisch aktiven Kindern etwa um die Hälfte größer war als bei den übrigen AltersgenossInnen. Man könnte nun annehmen, dies liege daran, dass diese Hirnregion „wie ein gut trainierter Muskel“ durch Üben gewachsen ist. Die Langzeitbeobachtung widerlegte allerdings diese Sicht, da die individuellen Hörkortices der Kinder bereits vor dem musikalischen Training eine ganz bestimmte Form und Größe aufwiesen, welche sich über den Untersuchungszeitraum nicht mehr veränderten. Besonders überraschend war, dass anhand des Volumens der rechten Heschlschen Querwindung zu Beginn des Instrumentalunterrichts vorhergesagt werden konnte, wie viel Zeit die Kinder in Zukunft mit dem Üben verbringen würden. Dies zeigt erstmalig, dass die Motivation, ein Instrument zu erlernen, nicht nur von der Unterstützung des sozialen Umfelds, sondern auch von veranlagten Dispositionen im Gehirn abhängt. Wer günstige Voraussetzungen mitbringt, wird leichter und mit mehr Begeisterung bestimmte Fähigkeiten erwerben.

Wir entwickelten auf der Basis der vorliegenden Ergebnisse ein neurokognitives Modell der kindlichen Kompetenzentwicklung, welches die Wechselwirkung zwischen Anlage und Umwelt thematisiert und ebenfalls vorgestellt werden soll.

Wissenschaftliche Laufbahn

• 2.12.1990 – 1.12. 1992: Vertragsassistentin am Institut für Musikwissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz, Forschungstätigkeit im Rahmen des FWF-Projektes 8060 SPR Virtuelle Tonhöhen

• 1.6.1993 - 30.9.1994: Forschungsstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung am Institut für Neurobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München

• 1.11.1998–1.11.1999; 1.3.2001–1.3.2002: APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Biomagnetismuszentrum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

• 1.3. 2002-1.3.2006: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde, Abteilung für Experimentelle Audiologie des Universitätsklinikums Münster

• 18.4. 2006-30.9.2012: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie, Arbeitsbereich Allgemeine Psychologie (ab 2011 „Cognitive Psychology and Neuroscience“) der Karl-Franzens-Universität Graz

• 28.11.2007: Lehrbefugnis als Privatdozentin für das Habilitationsfach „Psychologie“ (fachlich nahe stehender Bereich: „Biologie“) Habilitationsschrift: Auditory feature extraction and its neural correlates: Subjective pitch of complex tones

• März 2009: 3. Listenplatz für Professur „Neuropsychologie“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

• 1.4.2009 – 30.9.2012: Leitung des BMBF-Projektes Audio- und Neuroplastizität von komplexen Hörleistungen im Zusammenhang mit Sprache und Musik im Rahmen des Forschungsverbundes Audio- und Neuroplastizität musikalischen Lernens (AMseL)

Dienstort

Institut für Psychologie die Universität Graz / Sektion Cognitive Psychology and Neuroscience

• Seit Oktober 2012: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Psychologie die Universität Graz

• Seit 2. Mai 2014: Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Lehrtätigkeit), Zentrum für Systematische Musikwissenschaft der Universität Graz

Aktuelle Publikationen

Der musikalische Mensch. Hg.: W. Gruhn & A. Seither-Preisler, OLMS-Verlag Hildesheim. Voraussichtliches Erscheinungsdatum: Oktober 2014.

Seither-Preisler, A., Parncutt, R. & Schneider, P. (2014). Bilateral synchronization of auditory cortex promotes musical and attentional skills in children. The Journal of Neuroscience, 34(33), 10937–10949.

Seither-Preisler A. & Schneider, P. (in press). Positive Effekte des Musizierens auf Wahrnehmung und Kognition aus neurowissenschaftlicher Perspektive. In: Musik in der Medizin – Chancen für Prävention, Therapie und Bildung (Ed. G. Bernatzky und G. Kreutz, Springer-Verlag Wien)

Seither-Preisler, A. & Schneider P. (2014). Neurokognitive Aspekte musikalischer Begabung. In: Der musikalische Mensch. Hg.: W. Gruhn & A. Seither-Preisler, OLMS-Verlag Hildesheim. Voraussichtliches Erscheinungsdatum: Oktober 2014.

Seither-Preisler, A., Schneider, P. (2014). Neurokognitive Korrelate von JeKi-bezogenen und außerschulischem Musizieren. BMBF-Abschlussband zum JeKi-Forschungsschwerpunkt. hg. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin. Voraussichtliches Erscheinungsdatum: Ende 2014.

Seither-Preisler, A., Parncutt, R. & Schneider, P. (2014). Bilateral synchronization of auditory cortex promotes musical and attentional skills in children. The Journal of Neuroscience, 34(33), 10937–10949.
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25122894

Bartl-Pokorny, K.D., Landerl, K., Einspieler C. Enzinger, C., Gebauer, D., Fink, A., Zhang, D., Kozel, N., Kargl, R., Seither Preisler, A., Vollmann, R., Marschik, P.B. (2011): Dyslexie und ihre neuronale Signatur (Dyslexia and its Neural Signature). Klin. Neurophysiol.; 42, 166–171.
www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0031-1285905

Zur Person

PD Dr. Annemarie Seither-Preisler ist Doktor der Psycholgie und Diplombiologin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Psychologie der Universität Graz und lehrt am Zentrum für Systematische Musikwissenschaft der Universität Graz. Sie ist verheiratet und hat zwei Töchter.

PD Dr. Mag. Annemarie Seither-Preisler
Karl-Franzens-Universität Graz
A-8010 Graz
Email: annemarie.seither-preisler@uni-graz.at
Institut für Psychologie, Universitätsplatz 2, Tel.: ++43 316 380 5080
Zentrum für Systematische Musikwissenschaft, Merangasse 70, Tel.: ++43 316 380 8160

Annemarie Seither-Preislers Curriculum Vitae


Dr. med. Robby Sacher

Allgemeinmediziner und Manualtherapeut aus der Gemeinschaftspraxis
Freistuhl in Dortmund, D

Robby Sacher

Die Bedeutung der Halte- und Stellsteuerung für die Kindesentwicklung

Abstract

Nichts ist komplizierter als die Wahrnehmung ... vielleicht die Entwicklung, möchte man ergänzen.
Die Bedeutung einer Vielzahl von polysynaptisch verschalteten Reflexen, Reaktionen und Automatismen war lange Zeit unklar. In Verkennung ihrer Aufgaben wurden sie oftmals als frühkindliche Reflexe oder Primitivreflexe bezeichnet. Sie besitzen schon im frühen Säuglingsalter Lernfunktionen und bilden eine Grundlage der späteren Halte- und Stellsteuerung.

Die Integration der frühkindlichen Reflexaktivität ist zentraler Bestandteil von entwicklungsneurologischen Konzepten und unterliegt adaptiven Lernprozessen. Besondere Bedeutung haben dabei sensorische Funktionen. Trotz aller Fortschritte im Verständnis von komplexen Entwicklungsverläufen bei Kindern sind diese Integrationsmechanismen weitgehend unbekannt und werden unterschätzt bzw. fehlinterpretiert.

Sensomotorische Entwicklungsrückstände in den verschiedenen Altersgruppen von Kindern stellen eine Herausforderung für alle, die mit Kindern arbeiten, aber nicht zuletzt auch für die Eltern dar. Sie münden nicht selten auch in Verhaltensauffälligkeiten.

Erkennen, Verstehen und Behandeln setzen ein Grundverständnis der entwicklungsphysiologischen Zusammenhänge voraus.

Zur Person

Dr. med. Robby Sacher
Freistuhl 3
44137 Dortmund/D

Robby Sachers Curriculum Vitae


Bernhard Prechter

aus Thalwil, CH

Bernhard Prechter

Die Bedeutung frühkindlicher Reflexe für kindliche
Lern- und Schulprobleme

Abstract

Dass Gleichgewichtskontrolle, motorische Fähigkeiten und die Integration frühkindlicher Bewegungsmuster mit schulischen Leistungen verknüpft sein können, zeigen auch aktuelle Studien. Das INPP Förderprogramm für neuromotorische Schulreife besteht aus einer Reihe entwicklungsbezogener Bewegungsübungen, die Bewegungsmuster aus der Spontanmotorik des ersten Lebensjahres zur Grundlage haben. Es führt die Kinder an den Beginn der frühkindlichen Bewegungsentwicklung zurück. Mit der Durchführung natürlicher Bewegungen in einer entwicklungsgemäßen Abfolge wird die dadurch verbesserte Koordination zu einer integrierten Funktion und nicht lediglich zu einer Fertigkeit, die als Ergebnis von Übung erlernt wurde. Fertigkeiten, die hauptsächlich durch Übung erworben werden, passen sich nicht notwendigerweise gut an neue Situationen an.

Das INPP Förderprogramm für neuromotorische Schulreife wurde und wird auch an Schulen in der Schweiz umgesetzt. Eine Klasse der Primarschule in Neuenegg bei Bern durfte dabei mit der Kamera begleitet werden. Die Präsentation zeigt u.a. Videos der Tests zur neuromotorischen Entwicklung durch die schulische Heilpädagogin und aus dem Schulalltag mit einem spezifischen Fokus auf die neuromotorische Reife der Schülerinnen und Schüler.

Zur Person

Bernhard Prechter
Diplom Pädagoge
Marte Meo-Supervisor
NDT / INPP®
Systemischer Berater (SG)

Pilgerweg 14
8800 Thalwil
Telefon: +41 44 380 18 36
Mobil: +41 76 322 85 38
www.paedagogische-praxis.ch

Bernhard Prechters Curriculum Vitae


Dipl. Päd. Elisa Grininger

aus Linz, A

Elisa Grininger

Kompetenz und Performanz in den ersten Schuljahren – eine Studie über die Auswirkungen des INPP®-Schulprogramms auf Verhaltens- und Lesekompetenz von Schulanfängern

Abstract

Ob als Grundlage für schulreifes Verhalten oder wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lesen – folgende Fähigkeiten braucht ein Kind, damit Lernen gelingen kann: Konzentration, Ausdauer, Selbstorganisation, Selbstregulation, Fokussierung und soziale Anpassung.

Wenn das INPP®-Schulprogramm genau auf diese Faktoren wirkt, müsste nach der Durchführung des Programms eine Steigerung der Lesekompetenz messbar sein, ebenso wie die Verbesserung des Verhaltens eines Kindes. Mit dieser Hypothese befasst sich eine Studie, die seit Herbst 2016 im Raum Linz (Oberösterreich) durchgeführt wird. Die Forschungsfragen lauten:

• Besteht eine Korrelation zwischen Auffälligkeit in der neuromotorischen Entwicklung eines Kindes und dessen Kompetenzen in den Bereichen Lesen und Verhalten?
• Bewirkt eine Förderung der neuromotorischen Entwicklung durch das INPP®-Schulprogramm eine Verbesserung der Lesekompetenz und/oder des Verhaltens?

Einbezogen in die Studie werden SchülerInnen der 1. und 2. Klassen Volksschule im Alter von 6 bis 8 Jahren (N=105). Die 72 Kinder der Interventionsklassen führen im Laufe zweier Schuljahre täglich das INPP®-Schulprogramm durch, die 33 Kinder in den Kontrollklassen machen keine vergleichbaren Übungen. Zum Schuleintritt sowie am Ende jedes Schuljahres erfolgt eine Überprüfung der Kinder hinsichtlich neuromotorischer Entwicklung, Lesekompetenz und sozio-emotionaler Fähigkeiten. Erste Ergebnisse können bereits präsentiert werden.

Zur Person

Elisa Griniger Curriculum Vitae


Judith Höferlin

aus Basel, CH

Judith Höferlin

INPP im Kontext der freien Praxis

Abstract

Wann ist die Methode angebracht, wie wird sie integriert, wo sind die therapeutischen Grenzen?

Die neurophysiologische Entwicklungstherapie nach der INPP-Methode ist ein ressourcenschonendes Programm zur Förderung der kindlichen Entwicklung. Die Verantwortung für die Durchführung der Übungen bleibt in der Familie und die Termine bei der Therapeutin sind in grösseren Abständen angesetzt. Innerhalb der freien Praxis stehen häufig noch weitere Methoden zur Verfügung, die ebenso ihren Anspruch auf möglichen Therapieerfolg besitzen. Die Wahl der Therapie folgt vor allem den Bedürfnissen des Kindes und der Familien und orientiert sich an spezifischen Kriterien. Dennoch fliesst die Auslastung und die Kompetenzverteilung innerhalb einer freien Praxis immer mit ein.

Die Wahl der Behandlungsmethode sollte anhand von Modellen wie dem Clinical Reasoning immer wieder überprüft werden. Dazu gehört das genaue Anwenden und Dokumentieren der Assessments, sowie das Verfassen von Berichten zur Vernetzung mit anderen Therapeuten, Medizinern und allfälligen Kostenträgern. Die Vernetzung ist vor allem essentiell, um die Familien mit einem guten Plan für ihren weiteren Weg zu entlassen. Im Netzwerk können Familienberatung, Ergotherapie, Ernährungsberatung oder auch Sportvereine oder Musiklehrer sein. Wichtig ist, die eigenen Kompetenzen und Grenzen zu kennen und rechtzeitig innerhalb des Netzwerkes weiter zu verweisen.

Im Vortrag wird anhand vieler konkreter Beispiele die Integration der INPP Methode innerhalb der freien Praxis aufgezeigt. Es werden sowohl erfolgreiche Fälle erörtert als auch welche, die an eigene therapeutische Grenzen gestossen sind.

Zur Person

Judith Höferlin
Höferlin Institut
Tessinstrasse 15
CH-4054 Basel
Tel. +41 61 301 85 65
Email: judith.hoeferlin@hoeferlin-institut.ch

Judith Höferlins Curriculum Vitae


top

Dipl. Päd. und Dipl. Ökotrophologin Manuela Brieger

aus Burgwedel, D

Manuela Brieger

Wie Mikronährstoffe aus unserer Nahrung die
(früh-)kindliche Entwicklung beeinflussen

Abstract

Kinder erlernen im Laufe ihrer Entwicklung viele Fähigkeiten. Manche hängen vom Reifegrad des kindlichen Nervensystems und des Gehirns ab, andere von der körperlichen Entwicklung des Kindes, seiner gesundheitlichen Verfassung oder seiner Beziehung zu anderen Personen. Entwicklungsauffälligkeiten können sehr belastend sein und sowohl die soziale, als auch die emotionale und intellektuelle Entwicklung des Kindes gefährden.

Da der menschliche Organismus nahezu komplett mit seiner Entwicklung von der optimalen Zufuhr sogenannter Mikronährstoffe abhängig ist, erklärt es sich fast von selbst, dass sich bei suboptimaler Zufuhr unterschiedliche Systeme nur eingeschränkt gut entfalten können.

Wir richten im Kurzvortrag unseren wissenschaftlichen Blick auf den Bedarf des Zentralen Nervensystems an Mikronährstoffen, schauen uns ebenso die Motorik an und vergessen auch den sozial / emotionalen Bereich nicht. Dabei soll verdeutlicht werden, wie man mit Hilfe der Theorie der „Bedarfsorientierten Ernährung“ nach Heinrich Tönnies sehr schnell und einfach Mangelsymptome erkennen und beheben kann. Umfangreiche Symptomlisten, Nährstofflisten mit den dazugehörigen Nahrungsmitteln und Kochbücher über die Theorie Tönnies ́ helfen betroffenen Eltern, sich ohne große Grundkenntnisse zügig und unkompliziert in die Praxis einzuarbeiten. Auf diese Weise kann allen Beteiligten viel Leid erspart bleiben!

Zur Person

Dipl. Päd. Manuela Brieger, Jhg. 1964, von 1985 bis ca. 1998 gemeinsame Zusammenarbeit mit Heinrich Tönnies in Hamburg und Hannover, 1993 Abschluss Diplom-Pädagogik, 2004 Abschluss Diplom-Ökotrophologie, seitdem kontinuierlich wissenschaftliche Fortbildungen und Erwerb von Zertifikaten im Bereich der Mikronährstoffmedizin, selbstständige Diät- und Ernährungberaterin im Raum Hannover/Deutschland.

Manuela Brieger
Salz und Sonne - Mobile Ernährungsberatung
Hornteichwiesen 8
D-30938 Burgwedel
Mobil: +41 176 200 65 602
http://salzundsonne.info
Email: beratung@salzundsonne.info

Manuela Briegers Curriculum Vitae


Ursula Hohl-Brunner

Leiterin des Institutes für Wahrnehmung und Lernen IWL
Lerncoach, Therapeutin und Autorin

Ursula Hohl-Brunner

Visuelle Wahrnehmungsschwierigkeiten und die Folgen für die pädagogische Praxis

Abstract

Es gilt zu unterscheiden, ob Schwierigkeiten der primären Sehfunktionen die visuelle Wahrnehmung beeinträchtigen oder visuelle Informationsverarbeitungsstörungen das Lernen erschweren. Ebenso müssen weitere Faktoren in die Beurteilung miteinbezogen werden, wie mögliche craniale Fehlstellungen oder die Rolle frühkindlicher Reflexe in der Entwicklung des visuellen Systems, sowohl als auch die einwandfreie Zusammenarbeit der Augen mit den Kopfstell- und Labyrinthstellreaktionen.

Die visuelle Wahrnehmungsschwierigkeiten und Verarbeitungsstörungen bei Kindern haben körperliche, emotionale und mentale Auswirkungen. In der pädagogischen Praxis begegnen wir diesen Schwierigkeiten in unterschiedlichen Ausprägungen. Je nach Alter und schulischer Lernentwicklung haben die visuelle Wahrnehmungsstörungen spezifische Folgen für die betroffenen Kinder. Auf das Lernen in der ersten, vierten oder zehnten Schulklasse wirken sich beispielsweise eine nicht korrigierte Winkelfehlsichtigkeit, eine Hornhautverkrümmung, eine latente Divergenz und eine unsichere Blicksteuerung oder eine linke- und wechselnde Augendominanz unterschiedlich aus.

Wir lernen die Auswirkungen der visuellen Wahrnehmungsschwierigkeiten, deren mögliche Ursachen und Folgen kennen. Beobachtungen und pädagogische Massnahmen werden vorgestellt, sowie weiterführende therapeutische Interventionen.

Aktuelle Publikationen

„Buchstabensuppe und Zahlensalat“: Ein Buch aus der Praxis: Wie die Augendominanz unser Lernen beeinflusst. VAK

„Lernkompass“: Dieses Buch zeigt auf, wie Lernprobleme ganzheitlich und individuell gelöst werden können. Orell Füssli

Zur Person

Ursula Hohl-Brunners Curriculum Vitae


Karin Stadler

MSc Osteopathie, MSc pädiatrische Osteopathie aus Hörsching, A

Karin Stadler

Die Bedeutung frühkindlicher Reflexe in der osteopathischen Behandlung

Abstract

"Osteopathie", wurde 1874 von Dr. A.T. Still als "neues Behandlungskonzept, das gänzlich auf Medikamente verzichtet, das nach den Ursachen von Krankheiten sucht und das dem Körper hilft sich selbst zu heilen", einem sehr kritischen medizinischen Publikum vorgestellt, hat im 20. Jahrhundert ihren Weg von Amerika über den Atlantik gefunden und in den vergangenen zwei Jahrzehnten in ganz Europa Fuß gefasst. Und gerade in der Kinderheilkunde hat die Osteopathie sehr gute Einsatzgebiete. Bindegewebstechniken, sanfte Methoden der Craniosacralosteopathie ermöglichen der/m erfahrenen Kinderosteopathin/en, schon den kleinen Säugling effizient zu behandeln. Babys mit Saug- und Schluckproblemen, Asymmetrien von Wirbelsäule oder Schädel, Überstreckungstendenz, Bauchschmerzen u.v.a.m. werden der/dem Osteopathin/en vorgestellt.

Zu wichtigen Säulen des osteopathischen Konzepts zählen "Der Mensch als Einheit", "Struktur und Funktion" und die Wichtigkeit der "Selbstheilungskräfte". Diese Säulen sind auf Anatomie und Physiologie aufgebaut. In der osteopathischen Befundaufnahme wird auf Fehlstellungen von Knochen und Spannungsänderungen in Muskeln, Bändern, Faszien und Organen geachtet. Außerdem palpiert der/die Osteopath/in die Dynamik in den Flüssigkeiten des Organismus (Blut, Lymphe, Hirnflüssigkeit) und die Qualität des Nervensystems, das alle Bindegewebe und Organe versorgt.

Dem autonomen Nervensystem - mit parasympathischem und sympathischem Anteil - wird in der Kinderosteopathie vermehrt Rechnung getragen. Viele der kleinen PatientInnen zeigen einen zu hohen Anteil an sympathikotoner Aktivität; gleichzeitig gibt es Säuglinge, die sich zu wenig bewegen bzw. zu wenig an Tonus aufbauen - diese zeigen ein Zuviel an Parasympathikus:
• Neugeborene, die einen extrem starken Moro-Reflex zeigen, oder größere Babys, deren Moro-Reflex noch persistiert, zeigen in der Untersuchung eine erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems mit erhöhter Atem- und Pulsfrequenz, erhöhter Muskelspannung und weitgestellten Pupillen.
• Überstreckungstendenzen - oft mit Rotation und Seitneigung des Kopfes zur kontralateralen Seite) sind in der Untersuchung des kleinen Babys nicht selten. Hier zeigt sich der Tonische Labyrinthreflex rückwärts in seiner vollen Ausprägung, Extension des Kopfes mit Extension der Extremitäten und Tonuserhöhung. Auch dieses Muster geht mit einer Erhöhung des sympathischen Nervensystems einher. Oft sind die Kinder mit drei Monaten "gefangen" in diesem Streckmuster, das einen guten symmetrischen Ellenbogenstütz in der Bauchlage bzw. die gehaltene Mitte in der Rückenlage erschwert oder verhindert.

In der osteopathischen Behandlung gilt es herauszufinden, wo genau die Ursachen für nicht adäquate Spannung liegen, die das Baby in seiner sensomotorischen Entwicklung beeinträchtigt. Dementsprechend setzt der/die Osteopath/in sanfte manuelle Techniken an den entsprechenden Strukturen (Bindegewebe incl. Knochen/Knorpel, Flüssigkeiten und Nervensystem) einn. Wenn Primitivreflexe persistieren oder zum Zeitpunkt der Geburt nicht oder überschießend vorhanden sind, ist es wichtig, die Hirnareale in die osteopathische Behandlung zu integrieren.

Dabei gilt wie bei jeder osteopathischen Behandlung die Aussage von A. T. Still: "Das Ziel jeder osteopathischen Behandlung ist es Gesundheit zu finden. Krankheit kann jeder finden!"

Zur Person

Karin Stadlers Curriculum Vitae


Monika Bauer

Physiotherapeutin und Manualtherapeutin aus Peiting, D

Monika Bauer

Vortrag „Vom artgerechten Aufwachsen unserer Babys“

Abstract

Unsere Babys kommen als „Traglinge“ auf die Welt. Vor allem bei der Regulierung ihrer Muskelspannung sind sie auf die Hilfe ihrer Bezugsperson angewiesen. Sie können sich nicht allein fortbewegen und brauchen bei der Nahrungsaufnahme die Unterstützung ihrer Eltern oder anderer Erwachsenen.

In der ersten Zeit des Babylebens helfen frühkindliche Reaktionen, sich in der Welt der Schwerkraft zurechtzufinden. In der weiteren Entwicklung reifen die Stell- und Gleichgewichtsreaktionen. Diese ermöglichen dem Baby eine zunehmende Selbstständigkeit in der Sensomotorik. Die einzelnen Entwicklungsschritte werden mit zunehmender Hirnreife automatisch abgerufen und bilden ein solides Fundament für den aufrechten Gang und die kognitive Weiterentwicklung.

Damit diese Entwicklung stattfinden kann, benötigt das Baby eine „artgerechte“ Umwelt und eine „artgerechte Umgehensweise“ („Aufzucht“).

In der heutigen Welt gibt es viele Faktoren, die für unsere Babys nicht mehr „artgerecht“ sind. Wie kann man trotzdem dafür sorgen, dass es zu einer ungestörten Reifung des Gehirns und zu einer daraus resultierenden physiologischen, harmonischen Entwicklung der Sensomotorik kommt?

Zur Person

Monika Bauer
Sudetenstr.3
86971 Peiting
Tel 01601886987
Email: monika@bauer-kiss.de

Monika Bauers Curriculum Vitae


top

 

 

   

 

 
     
       INPP Österreich und Schweiz | Anja van Velzen | Tel. 0049 (0)8395-934770 | Email: a.vanvelzen@t-online.de