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Forschung:
Zusammenfassung veröffentlichter Studien, die
den Zusammenhang zwischen aberranten frühkindlichen Reflexen und
schulischen Lernschwierigkeiten (Underachievement) sowie die Auswirkungen
von Reflexintegrations-programmen untersuchen
2005 Goddard Blythe, S.A.,
Ein veröffentlichter Bericht über 6 unabhängige Studien,
durchgeführt an Regelschulen in Großbritannien und Nordirland,
in denen das INPP sensomotorische Gruppenprogramm eingesetzt wurde. Der
Reflexstatus der am INPP-Programm teilnehmenden Kinder zeigte signifikant
größere Verbesserungen im Vergleich zu den Kontroll- und Vergleichsgruppen.
Kinder der Versuchsgruppen zeigten außerdem Verbesserungen beim
Lesen.
„Releasing educational potential through movement“.
Child Care in Practice. Vol. 11/4, pp. 415 – 432.
2004 North East Education Library Board. Co. Antrim, Nordirland
Diese Studie untersuchte die Häufigkeit aberranter primitiver Reflexe
bei mehr als 672 Schülern der 5. und 2. Klassen in 6 Regelschulen
in Nordirland. Die Kinder wurden auf drei frühkindliche Reflexe
hin überprüft. Das Ergebnis war, dass 35 % der Fünftklässler
und 48 % der Zweitklässler immer noch Restreaktionen persistierender
primitiver Reflexen aufwiesen. Beim Vergleich dieser Testergebnisse mit
der Fähigkeit der Schüler, die schulischen Lernziele zu erreichen,
zeigte sich, dass diejenigen Kinder mit einer stärkerer Ausprägung
frühkindlicher Reflexe größere Schwierigkeiten hatten,
ihrer Intelligenz gemäße Schulleistungen zu erbringen.
Die
Hälfte der Fünftklässler führte das INPP Gruppenprogramm
unter der Aufsicht eines Lehrers an jedem Schultag für die Dauer
eines Schuljahres durch. Die Versuchsgruppe zeigte im Vergleich zur Kontrollgruppe
statistisch signifikante Fortschritte bei der Überprüfung persistierender
Reflexe, des Gleichgewichts und der Koordination sowie bei der Messung
nonverbaler kognitiver Leistungen. Kinder, bei denen die Reflexe stärker
als 25% ausgeprägt waren und deren Lesealter zu Beginn des Programms
unterhalb ihres chronologischen Alters lag, zeigten größere
Forschritte im Lesevermögen. Jedoch war die Anzahl der teilnehmenden
Schüler zu klein, um eine statistisch signifikant zu sein.
„An evaluation of the pilot INPP Movement Programme in Primary Schools
in the Northern Eastern Library Board, Northern Ireland.” Report
prepared by Brainbox Research.
Eine Kopie des kompletten Berichts kann bei www.inpp.org.uk/publications bestellt werden.
2000. McPhillips, Hepper und Mulhern
Diese doppeltblinde Cross-over-Studie überprüfte die Wirksamkeit
eines auf der INPP-Methode basierenden Interventionsprogramms, wobei
Bewegungsübungen eingesetzt wurden, die die Bewegungsmuster der
primitiven Reflexe während der fötalen und Neugeborenenzeit
gleichsam wiederholten. Die Versuchsgruppe zeigte im Verlauf der Studie
- verglichen mit der Kontroll- und Placebogruppe - eine signifikante
Reduktion der Stärke persistierender Reflexaktivität. Ebenso
verbesserte sich die Lese- und Schreibgeschwindigkeit in den Versuchsgruppen.
The Lancet. 355/2, p. 2000.
Studien, die das Vorkommen anomaler Reflexe bei spezifischen Lernschwierigkeiten
untersuchen
2004 Taylor, M., Houghton, S., Chapman, E.
Primitive Reflexe und Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom: Entwicklungsstörungen
als Ursache von Schulproblemen. Diese Studie untersucht den symptomatischen
Zusammenhang zwischen AD(H)S und der Persisitenz vier primitiver Reflexe.
International Journal of Special Education (Vol. 19/1)
2004 McPhillips, M., Sheehy, N.
Diese Studie untersucht die Prävalenz des asymmetrischen tonischen
Nackenreflexes bei Kindern mit Leseschwierigkeiten.
Dyslexia. 10/4, pp. 316 – 338
2003 Kesper, G.
Dieser Vortrag befasste sich mit den Auswirkungen persistierender primitiver
Reflexe auf Motorik und zentrale Verarbeitung.
2001 Goddard Blythe, S.A.
Diese Studie untersuchte die Häufigkeit von Zeichen neurophysiologischer
Entwicklungsverzögerung bei 54 als Legastheniker diagnostizierten
Kindern. Alle Teilnehmer zeigten neben weiteren neurologischen Entwicklungsfaktoren
Evidenz eines persistierenden ATNR und TLR.
Proceedings of the 5th International BDA Conference. University of York,
April 2001.
1998 Goddard Blythe S.A, Hyland, D.
Diese Studie überprüfte die Reliabilität des INPP Developmental
Screening Questionnaire (im deutschsprachigen Raum: INPP Kinderfragebogen)
in Bezug auf die Identifikation von Kindern, deren spezifischen Lernschwierigkeiten
und schulisches Underachievement eine zugrunde liegende neurophysiologische
Entwicklungsverzögerung haben.
„Screening for Neurological Dysfunction in the Specific Learning Difficulty
Child“. British Journal of Occupational Therapy. (10/98)
1994 Winkinson, G., University of Newcastle-Upon-Tyne. M.Ed. Dissertation
Dies war eine Replikationsstudie (Rider, B., 1971), die einen möglichen
Zusammenhang zwischen aberranten primitiven Reflexen und Lernschwierigkeiten
untersuchte. Die Ergebnisse belegten eine eindeutige Verbindung zwischen
persistierenden primitiven Reflexen und bestimmten Lernschwierigkeiten
oder schulischem Underachievement.
1976 Bender, M., University of Purdue, Ph.D.
Miriam Bender untersuchte die Auswirkungen des symmetrischen tonischen
Nackenreflexes auf das Lernverhalten: Sie fand den Reflex bei 75 %
einer Gruppe von Kindern mit Lernschwierigkeiten. Er war nicht vorhanden
in einer Vergleichsgruppe von Kindern ohne eine Vorgeschichte von Lernschwierigkeiten.
Sie entwickelte Übungen mit dem Ziel, den STNR zu hemmen mit dem
Ergebnis, dass sich viele der vorhandenen Lernprobleme zu bessern begannen.
The Bender Purdue Reflex Test. Academic Therapy Publications, CA.
1971 Rider, B., University of Kansas
Barbara Rider (Ergotherapeutin) untersuchte das Vorhandensein aberranter
Reflexreaktionen, indem sie Kinder einer 2. Klasse ohne Lernschwierigkeiten
mit einer Gruppe von Kindern mit Lernschwierigkeiten verglich. Dabei
wurde der Wide Range Achievement Test (WRAT) eingesetzt. Die Kinder
mit gut integrierten Reflexen schnitten in den Schulleistungstests
durchgehend besser ab als diejenigen mit anomalen Reflexen.
1970 Gustaffson, University of Kansas
Gustaffson (Ergotherapeut) verglich den Reflexstatus einer Gruppe neurologisch
beeinträchtigter Kinder mit einer Gruppe von Kindern ohne neurologische
Beeinträchtigung und fand heraus, dass alle Kinder mit neurologischen
Dysfunktionen aberrante Reflexe zeigten.
Diese Liste ist nur eine Auswahl weiterer Untersuchungen auf diesem Gebiet.
Bücher zur INPP-Methode:
Englisch:
An Organic Basis for Neuroses and Educational Difficulties
(1979) von Peter Blythe und David McGlown. Insight Publications, Chester
A
Teacher`s Window into The Child`s Mind (1996) von Sally Goddard. Fern
Ridge
Press, Eugene, Oregon (nicht mehr im Verlagsprogramm)
Reflexes, Learning
and Behavior (2001) von Sally Goddard. Fern Ridge Press, Eugene/Oregon
The
Well Balanced Child (2004) von Sally Goddard Blythe. Hawthorne Press,
Stroud.
What Babies and Children REALLY Need (2008) by Sally Goddard
Blythe. Hawthorne Press, Stroud.
Attention, Balance and Co-ordination – the
A B C of Learning Success by Sally Goddard Blythe. (2009 bei Wiley-Blackwell
)
Deutsch:
Sally Goddard, Greifen und
BeGreifen. Wie Lern- und Verhaltensstörungen
mit frühkindlichen Reflexen zusammenhängen. VAK Verlag,
Freiburg.
Sally
Goddard, Warum Ihr Kind Bewegung braucht. Optimale Entwicklung
fördern – von
Anfang an. VAK Verlag, Freiburg 2005.
Dorothea Beigel, Flügel und Wurzeln. Persistierende Restreaktionen
frühkindlicher Reflexe und ihre Auswirkungen auf Lernen und Verhalten
Verlag modernes lernen, Dortmund 2003.
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